Langzeit-Lieferantenerklärungen werden flexibler

Gegen die im Unionszollkodex (UZK) neu eingeführten, formalen Anforderungen an Langzeitlieferantenerklärungen (LLE) regte sich verstärkt Kritik, weil die Fristen-Regelungen zu starr waren: LLEs konnten entweder für die Vergangenheit oder für die Zukunft ausgestellt werden. Es kam es in der Bearbeitung zu erhöhtem Aufwand und Klärungsbedarf – da viele LLEs formal nicht korrekt waren.

Nun hat das Europäische Parlament neue Rahmenbedingungen geschaffen, die allen Wirtschaftsbeteiligten in der EU wieder mehr Flexibilität bietet: Die Gültigkeit einer LLE kann ab sofort 12 Monate rückwirkend und gleichzeitig auf einen zukünftigen Zeitraum definiert werden. Die starre Aufteilung in LLEs für vergangene und zukünftige Zeiträume entfällt.

 

Formale Anforderungen

Eine Langzeitlieferantenerklärung muss folgende drei Daten enthalten:

  • Datum der Ausfertigung der Erklärung (Ausfertigungsdatum)
  • Datum des Beginns der Geltungsdauer (Anfangsdatum), das nicht über zwölf Monate vor und nicht mehr als sechs Monate nach dem Ausfertigungsdatum liegen darf.
  • Datum des Ablaufs der Geltungsdauer (Ablaufdatum), das nicht über 24 Monate nach dem Anfangsdatum liegen darf.

 

Einschätzung von eDOC AS

„Wir sind erleichtert über die Änderung, weil sie den Alltag für Lieferanten und Auftraggeber merklich erleichtern wird“, betont Detlef Prien, Inhaber des Dienstleisters eDOC AS, der Unternehmen u.a. bei Beschaffung und Prüfung von Lieferantenerklärungen unterstützt. „Die Anzahl von Beanstandungen und Klärungen bei der LLE-Bearbeitung wird sich deutlich reduzierten“, erwartet der Geschäftsführer und rät trotzdem: „Lieferanten sollten weiterhin ihre Kunden unverzüglich informieren, wenn LLEs ungültig werden.“

 

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